None

Uni-Professor Niko Paech will, dass sich die Industrie in Deutschland halbiert

Ein Leben ohne Flugzeuge, Smartphone, elektrischen Rasierer, eigene Waschmaschine, ohne neue elektronische Geräte – das dürfte für viele Menschen kau…

Fakten

  • Der Uni-Professor Niko Paech lebt in Oldenburg, arbeitet in Siegen und nimmt an Konferenzen in anderen großen Städten teil.
  • Paech lehrt an der Uni Siegen Plurale Ökonomik und ist einer der profiliertesten Wachstumskritiker in Deutschland.
  • Unsere bisherige Lebensweise beruhte auf purer Selbsttäuschung, sagt Paech.
  • Es für einen historischen Augenaufschlag nach dem Zweiten Weltkrieg gelang, einen ungeheuren Wohlstand aufzutürmen, der auf Plünderung beruhte, also nicht selbst erarbeitet wurde.
  • Die Nutznießer des Wohlstandes arbeiten nicht, sondern lassen arbeiten, entweder durch Maschinen oder in Billiglohnländern.
  • Deutschland sei auf Dauer nicht mehr konkurrenzfähig, so Paech, weil das Lohnniveau zu hoch sei, Fachkräfte fehlten und wichtige Ressourcen wie Lithium und Mikrochips knapp seien.
  • Wir werden gegen unseren Willen und trotz aller Verschuldungsorgien eine allmähliche Deindustrialisierung erleben, sagt Paech.
  • Wer ehrlich sein will, sollte den Menschen vermitteln, dass sie gut daran täten, sich auf eine Zeit vorzubereiten, die sich nur durch Genügsamkeit und die Fähigkeit meistern lässt, anders mit Konsumgütern umzugehen.
  • Was gut für mein Portemonnaie ist, das ist auch gut für das Klima und für mich, sagt Paech.
  • Er ist der Meinung, dass man mit einer 20-Stunden-Stelle bestens leben kann. Er selbst hat eine halbe Stelle an der Uni Siegen.
  • Paech lebt tatsächlich ohne Smartphone. Er hat keinen Fernseher, keine Mikrowelle, keinen Föhn, keinen elektrischen Rasierer, kein Auto und fliegt niemals.
  • Er hat einen 19 Jahre alten Laptop, mit dem er all seine Arbeiten für die Uni erledigt.
  • Paech ist viel unterwegs. Er fährt mit der Bahn und verwendet seinen 19 Jahre alten Laptop, wenn die Bahn WLAN bietet.
  • Einmal wollte Paech an der Uni zwei Mitarbeiterinnen einstellen. Sie brauchten Laptops. Er ging zur IT-Abteilung der Uni Siegen und kam mit zwei kaputten Dells wieder heraus.
  • Paech repariert alles Mögliche. Die Werkzeuge leiht er sich aus. Die Waschmaschine teilt er sich mit Nachbarn. Er fährt Fahrrad.
  • Ein gelingendes Leben bedeutet, Dinge zu pflegen, instand zu halten, zu reparieren, teure Gegenstände mit anderen gemeinsam zu nutzen, im Garten oder auf Bauernhöfen an der Nahrungsproduktion mitzuwirken und eventuell selbst zu kochen.
  • Die Verkümmerung vieler unserer Fähigkeiten ist der Preis für unseren bequemen Wohlstand.
  • Paech will so wenig Plastik wie möglich verbrauchen. Er einkauft Obst und Gemüse ohne Plastikverpackung.
  • Er verschenkt Gläser mit Schraubverschluss, die sich bei ihm ansammeln.